Beim Schlaganfall zählt jede Minute Stroke Unit

Viele Bürger kennen die Risikofaktoren nicht. Mediziner des St. Marien-Hospitals appellieren, die Symptome ernst zu nehmen.

Allein in Mülheim erleiden etwa 800 Menschen pro Jahr einen Schlaganfall. Ob plötzliche Sprachstörungen, ein schiefer Mund oder die mangelnde Kontrolle über Bewegungen – sobald typische Warnsignale auftreten, muss sofort der Rettungsdienst gerufen werden. Schließlich sterben alle 60 Sekunden 1,8 Millionen Nervenzellen ab.

Dem Ärzteteam der Schlaganfall-Spezialeinheit (Stroke Unit) bleiben nur etwa viereinhalb Stunden, um das verstopfte Gefäß mittels eines Medikamentes durchgängig zu machen. Umso weniger Zeit bis zur Behandlung verstreicht, desto erfolgreicher kann die Therapie sein.

„Bei dem Verdacht auf einen Schlaganfall sollten Betroffene nicht zögern und lieber einmal umsonst ins Krankenhaus kommen als einmal zu spät“, betont Prof. Dr. Dirk Woitalla, Chefarzt des Departments Neurologie und Stroke Unit.

Wer schnell handeln würde, habe die Chance, seine Lebensqualität zu erhalten. Denn es bestehe die Gefahr infolge einer Lähmung später auf den Rollstuhl angewiesen zu sein. Neben Herzinfarkt und Krebs sei der Schlaganfall die dritthäufigste Todesursache und der häufigste Grund für Behinderungen im Erwachsenenalter.

Ein interdisziplinäres Team aus Neurologen, Kardiologen, Radiologen, Physiotherapeuten, Logopäden, Ergotherapeuten und Pflegekräften kümmert sich in der zertifizierten Spezialeinheit um die Patienten. Auf der Intensivstation stehen vier Betten mit spezieller Monitor-Überwachung parat.

Insgesamt verfügt das Krankenhaus permanent über neurologische Fachärzte, hält 24 Stunden am Tag eine Bildgebung zur Diagnostik vor und arbeitet mit Kooperationspartnern zusammen, die Eingriffe an den hirnversorgenden Gefäßen und dem Gehirn vornehmen können.

„Wir stellen im Klinikalltag immer wieder fest, dass viele Patienten die Risikofaktoren nicht kennen“, sagt Oberärztin PD Dr. Saskia Meves. Dabei könne das Wissen über mögliche Gefahren die Vorbeugung verbessern. Dazu gehöre ein zu hoher Blutdruck, Übergewicht, Bewegungsmangel, falsche Ernährung sowie ein schlecht eingestellter Diabetes.