Herzinsuffizienz

Elisabeth-Krankenhaus Essen

Herzinsuffizienz

Herzschwäche - Wenn das Atmen schwer fällt

Dr. med. Sebastian Köhler

Oberarzt der Klinik für Kardiologie und Angiologie im Contilia Herz- und Gefäßzentrum

Vortrag während der digitalen Herzwoche 2020

Nach wie vor ist das wichtigste in der Behandlung einer Herzschwäche eine optimale Einstellung der Medikamente. Hier sind im Bereich der Herzschwäche in den letzten Jahren bedeutende Fortschritte gemacht worden. Es sind neue Medikamente dazu gekommen und andere Medikamente haben sich als nicht sinnvoll herausgestellt. Wir haben den Anspruch für jeden Patienten die nach derzeitigem Kenntnisstand optimale medikamentöse Therapie zu ermöglichen. Wir arbeiten dies bezüglich eng mit niedergelassenen Kardiologen und Hausärzten zusammen.

Herzinsuffizienz ist ein Prozess, der den ganzen Körper betrifft und häufig Erkrankungen anderer Organe verursacht. Eine engmaschige Nachsorge und gute Kooperation der behandelnden Ärzte ist daher das Wichtigste in der Herzschwächetherapie. Wir binden daher Patienten in unserer Herzinsuffizienzambulanz an. Eine Anbindung hier soll aber die Behandlung durch ihren niedergelassenen Kardiologen nicht ersetzen. Wir überbrücken auch hier die Zeit für unsere Patienten, bei denen kein frühzeitiger Termin beim niedergelassenen Kardiologen möglich war. Wir arbeiten eng mit niedergelassenen Kardiologen, Hausärzten und Fachärzten anderer Fachrichtungen zusammen. Sie können aber auch selbst etwas tun. Diesbezüglich berät Sie gerne unser spezialisiertes Herzinsuffizienz Personal.

Die Herzinsuffizienz ist neben Tumoren die Erkrankung, die derzeit weltweit am stärksten erforscht wird. Zurzeit beschäftigen sich weltweit ca. 3800 Studien mit dem Thema Herzinsuffizienz. In Zusammenarbeit mit unserem Studienzentrum nehmen wir an zahlreichen nationalen und internationalen Studien im Bereich Herzinsuffizienz teil.

Ein geschwächtes Herz neigt zu Herzrhythmusstörungen. Diese können einen plötzlichen Herztod bedingen. Aus diesem Grund ist es unter bestimmten Umständen notwendig einen Defibrillator zu implantieren. In unserem Haus können wir sowohl klassische Systeme im Herzen implantieren, als auch subcutane Systeme, die keine Verbindung zu den Herzhöhlen haben. Falls Sie Fragen dazu haben beraten wir Sie gerne.

Unter bestimmten Umständen ist es möglich mit spezialisierten Schrittmachersystemen die Herzleistung zu verbessern. Dies gelingt am häufigsten durch ein CRT-System. Dafür müssen jedoch spezielle Voraussetzungen vorliegen. In NRW sind wir was diese Therapie angeht Spitzenreiter. Es gibt jedoch auch noch weitere Systeme, wie z.B. Kardiale Kontraktilitätsmodulation (CCM), die jedoch im Moment noch recht selten sind. Wir bieten am Elisabeth Krankenhaus die Implantation aller üblichen Schrittmachersysteme an, wenn die entsprechenden medizinischen Voraussetzungen erfüllt sind.

Wir arbeiten eng mit Herztransplantationszentren zusammen und führen Patienten, die dafür geeignet sind, den entsprechenden zu. Die notwendigen Voruntersuchungen sind alle bei uns im Haus möglich.

Aufgrund des Organmangels ist eine Herztransplantation leider nicht für jeden Patienten im Endstadium der Herzschwäche möglich. Ein Herzunterstützungssystem (Kunstherz) stellt hier eine wirksame Alternative dar. Jedoch ist der optimale Zeitpunkt der Implantation wichtig. Der Zeitpunkt darf nicht zu spät erfolgen, da in solchen Situationen es am häufigsten zu Komplikationen kommt. Wenn man es rechtzeitig implantiert ist eine deutliche Verbesserung der Lebensqualität möglich. Dies zeigt auch unsere einmal jährlich stattfindende Fahrradtour mit Kunstherzpatienten. Kunstherzpatienten werden vollständig in unserer Herzinsuffizienzambulanz versorgt.

Bei einer Herzschwäche kommt es durch die Vergrößerung des Herzens zu Problemen mit den Herzklappen. Diese konnten bis vor kurzem nur mit Operationen am offenen Herzen behandelt werden. Dies ist bei Herzinsuffizienz jedoch häufig nicht möglich. Wir verfügen an unserem Haus über weitreichende Erfahrung in der neuesten Therapie aller Herzklappen über Katheter oder minimalinvasive Techniken.

Hier handelt es sich um einen Trend in der Herzinsuffizienztherapie, der immer weiteren Zulauf bekommt. Beim CardioMEMs System handelt es sich um einen Chip, der in die Lungenarterie eingesetzt wird und dort den Druck misst und an uns übermittelt. Das System erlaubt eine engmaschige Kontrolle unserer Patienten. Es hat dazu geführt, dass einige Patienten nicht mehr so häufig ins Krankenhaus müssen.

Hier ist der Kontakt zu anderen Patienten möglich. Die Selbsthilfegruppe trifft sich immer an jedem 3. Mittwoch im Monat um 18:00 Uhr im Raum K4 vom Hörsaaltrakt des Elisabeth Krankenhaus. Es finden regelmäßig Vorträge durch Patienten, Ärzte oder Heartfailurenurses statt. Es dient jedoch vor allem dem Austausch der Patienten untereinander. Eine umfassende ärztliche Beratung ist in diesem Rahmen daher nicht möglich. Sie können dafür jederzeit einen Termin in unserer Herzinsuffizienzsprechstunde machen.

Bei der Herzinsuffizienz handelt es sich um eine Erkrankung, die trotz modernster Therapie eine ähnliche Prognose aufweist wie beispielsweise Lungen oder Darmkrebs. Im Bereich der Herzinsuffizienz werden Patienten, bei denen alle therapeutischen Mittel ausgeschöpft wurden, allein gelassen. Wir haben es uns daher zur Aufgabe gemacht Patienten, die sich im Endstadium der Erkrankung befinden und wo keine weitere Therapie möglich ist angemessen zu betreuen. Daher haben wir eine Palliativkoordinatorin im Haus, die Sie auch bezüglich weitere Patientenverfügung beraten kann. In Zusammenarbeit mit der Palliativkoordinatorn ermöglichen die Anbindung an das städtische Palliativnetzwerk.

Ansprechpartner

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Dr. med.
Sebastian Köhler

Oberarzt, Herzinsuffizienz, Pulmonale Hypertonie

Contilia Herz- und Gefäßzentrum
Klinik für Kardiologie und Angiologie
Klara-Kopp-Weg 1, 45138 Essen
Fon: +49 201 897 3290
Fax: +49 201 897 3299

Klinik für Kardiologie und Angiologie

Klara-Kopp-Weg 1
45138 Essen
Fon: +49 201 897 3200
Fax: +49 201 288 525

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Telefon: +49 201 897 3330

Zentrum für Ambulante Kardiologie
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Intensivstation 
Telefon: +49 201 897 4240