Interdisziplinäres Dysphagiezentrum Essen

Philippusstift

IDE Interdisziplinäres Dysphagiezentrum Essen

Neurologische Erkrankungen wie Schlaganfall oder Parkinson, onkologische oder Hals-Nasen-Erkrankungen können zu Schluckstörungen führen. Es besteht die Gefahr, dass die Nahrung nicht in die Speiseröhre, sondern in die Luftröhre gelangt. In diesem Fall kann es für die betroffene Person lebensbedrohlich werden.

In unserem neurologischen Dysphagiezentrum erhalten Sie eine detaillierte Diagnose und Beratung zum Themenfeld Schluckstörung. Hierzu werden Sie zunächst von den Therapeutinnen der Abteilung für Sprachtherapie klinisch untersucht. Es erfolgt eine Entscheidung, inwiefern weiterführende apparative Schluckuntersuchungen sinnvoll und notwendig sind.

Endoskopisch (Videoendoskopie; FEES) besteht die Möglichkeit, den Schluckablauf unter Einsicht bis auf Stimmlippenebene zu beobachten und zu beurteilen. Mit dieser Methode können auch Therapieanwendungen auf ihre Wirksamkeit hin kontrolliert oder Therapieverläufe beurteilt werden. In einem Röntgenverfahren (Videofluoroskopie, VFS) kann eine Aspiration (Eintritt von Nahrung oder Speichel in die Luftröhre) genau beurteilt werden.

Die Beurteilung Ihrer Schluckstörung erfolgt interdisziplinär, in direkter Zusammenarbeit zwischen Sprachtherapeutin und Neurologen. Zu speziellen Fragestellungen wird die ärztliche Fachberatung aus den Abteilungen HNO, Pulmologie, Onkologie und Gastroenterologie hinzu gezogen. Sie erhalten von uns einen ausführlichen Bericht und Beratung als Grundlage für die ambulante Schlucktherapie. Gerne stehen wir beratend für Ihre ambulante Schlucktherapeutin / Ihren ambulanten Schlucktherapeuten zur Verfügung.

Sollten Sie noch nicht in ambulante logopädische Therapie eingebunden sein, besteht in unserer sprachtherapeutischen Ambulanz im Philippusstift das Angebot der ambulanten Schlucktherapie.

Vor diesem Hintergrund wurde bereits im Jahre 2008 das interdisziplinäre Dysphagiezentrum Essen (IDE) in der Neurologie des Philippusstift gegründet. Das Dysphagiezentrum ist einzigartig in Essen und bündelt Wissen aus den Fachgebieten der Neurologie, Logopädie (Sprachtherapie), Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Radiologie, Pneumologie (Lungenheilkunde) und Gastroenterologie (Verdauungstrakt). Spezialisten aus allen Fachbereichen können so die Genesung des Patienten unterstützen.

Nach der umfassenden Untersuchung wird ein detaillierter Therapieplan entwickelt, der auf die individuellen Bedürfnisse des Patienten abgestimmt ist. So lassen sich mögliche Folgen einer Dysphagie minimieren oder komplett vermeiden – und der Patient erhält ungeachtet seiner Erkrankung ein Stück Lebensqualität zurück.